Susanne Wied


Susanne Wied

1956 geboren, verheiratet, zwei erwachsene Kinder.

Diplomstudien der Psychologie, Germanistik und Pflegewissenschaft.

Wissenschaftliche Aufbereitung der Brauchbarkeit von Farbtheorien und -therapien mit Blick auf humane Lebens- und Umfeldgestaltung.

Konzepte zu Farbe-Raum- Gesundheit.

Farbexpertin, Lehrbeauftragte, Organisationsentwicklerin, Fachbuchautorin (u.a. Farbenräume, Huber 2000. Fachlexikon Pschyrembel Pflege, 2. Auflage Frühjahr 2007)

Mitglied DFZ und International Light-Alliance

Weiterführung der Arbeit von und mit Hans Peter Maier.

Website: www.hpm-color.de
März 2007: Susanne Wied

Maler Consult: Sehr geehrte Frau Wied, die individuelle Farbberatung erlangt aufgrund ihres Gesundheitsaspektes mehr und mehr an Bedeutung. Welchen Ansatz verfolgen Sie mit HPM Color bei der Farbberatung?

Susanne Wied: Jeder Mensch verfügt über sein individuelles Farbspektrum, sein unverwechselbares eigenes Profil seiner Resonanz auf die ihn umgebende Umwelt.  Das gleiche gilt auch für Teams am Arbeitsplatz. Sie entwickeln vergleichbare Stimmungen und Reaktionen auf ihre Arbeitsumwelt, die wir ganzheitlich  mit dem HPM-COLOR-Test erfassen können. Je besser wir die Wohn oder Arbeitsumgebung auf den Menschen abstimmen umso effizienter können wir zu seiner Gesundheitserhaltung beitragen. Wir berücksichtigen seine persönlichen menschlichen Bedürfnisse unmittelbar durch die Gestaltung.  Die richtige Farbgestaltung der Umgebung (die auch Pflanzen, Licht usw. einbezieht) geschieht hier nicht auf einer psychologisch interpretierenden Basis (sonnengelb macht fröhlich, grün beruhigt, wer zitronengelb wählt ist schizophren...) Der Mensch wird als körperlich-seelisches Ganzes, als „farbiges Energiefeld“ betrachtet, dem bestimmte Farbfrequenzen gut tun und auf das andere Frequenzen eher störend einwirken.  Je besser die Faktoren aufeinander abgestimmt werden, umso besser die Gesunderhaltung.  Farben sind natürlich nicht der einzige Aspekt, ob ein Mensch gesund bleibt oder nicht. Jedoch ist der ungeheure Einfluss unserer zunehmend künstlich geprägten Umwelt auf unser Befinden noch gar nicht ausreichend in den Blick genommen worden.

Maler Consult: Wir wirken sich Farben auf den Organismus des Menschen aus? Wie sind die Gesundheits- oder Wohlfühl-Aspekte definiert?

Susanne Wied: Wir sollten unterscheiden: 1. die schon eben erwähnten Einflüsse auf das Energiefeld, also aktivierend, beruhigend, harmonisierend, störend, belebend usw. Das reduziert Dis-Stress  oder provoziert sog. Eu-stress (der uns gut tut und lebendig erhält) und  trägt somit zu einer regen Stoffwechsellage bei. Vergessen Sie nicht, auch Pflanzen, Eiweiße, Fleisch, alles hat seine Farbfrequenzen (genauer physikalischen Frequenzen an Eigenenergie), die mit unserem Organismus, also auch über die Nahrung in Wechselwirkung treten. 2. Die Farbinformationen unserer Umgebung werden alle über unser limbisches System (Ein Verarbeitungszentrum im Gehirn) auf ihre emotionale Bedeutsamkeit gecheckt. Das geschieht blitzschnell und völlig unbewusst. Wir fühlen uns also wohl oder unwohl weil wir neben unserer genetischen Grundausstattung irgendwann in unserer Entwicklung von frühester Kindheit an positive oder negative Gefühle zu bestimmten Farben gelernt haben. Beispiel: Der rote Pullover von Mama war immer so schön kuschelig. Dann speichern wir rot zusammen mit kuschelig als positiven Reiz im limbischen System ab. Und schon lächeln wir, wenn wir dieser Farbe begegnen. Wenn dann noch die gleiche Kuschelwolle dazu kommt, ist uns die Trägerin schon sympathisch obwohl wir gar nicht wissen, warum.  Gesundheit ist nicht nur im Sinne der WHO Abwesenheit von Krankheit (bio-psych-sozial). Sie ist auch Wohlbefinden ggf. inmitten einer chronischen Erkrankung, weil z.B. die Umgebung farbig stimmt, weil die Nahrung in ihren Frequenzen optimal ist. Wir sind im sinne der gängigen Definitionen nie ganz gesund (im Sinne der WHO) und nie ganz krank.  Immer können wir etwas zum Wohlbefinden von Menschen beitragen. Und dieses Wohlbefinden ist der wichtigste Faktor auch für die „objektive“ Gesundheit, die Verhütung von Krankheiten und ihrer Überwindung.

Maler Consult: Sie bieten einen so genannten HPM-COLOR Test an. Was sind die Kernbestandteile des Testes und wie ist dieser in der Praxis anzuwenden?

Susanne Wied: HPM-COLOR®  ist benannt nach seinem Entwickler Hans Peter Maier, der sich mittlerweile zur Ruhe gesetzt hat und dessen Werk ich die Freude habe, weiter zu führen und weiter zu entwickeln.  Er besteht aus einer exakt vermessenen Testmappe mit Schablonen zur Ermittlung der Farbvorlieben.  Für die Auswertung steht eine komplexe Software zur Verfügung. Testaufnahme und Eingabe in den Computer sind sehr einfach. Für eine sachgerechte Anwendung, die auch die Kunden zufrieden stellt, bieten wir Schulungen an. In der Praxis wertet man gewöhnlich vier bis fünf der (dreißig möglichen) Ergebnisblätter aus und wendet die Farbvorschläge zur gestalterischen Umsetzung beim Kunden an. Es gibt keine schematischen Vorgaben. Jeder Maler wendet den Test in Kombination mit seinem eigenen bereits reich vorhandenen Fachwissen an. In der Schulung wird er dabei von mir und meinen Kollegen unterstützt. Wir haben den Test in Zusammenarbeit mit Neurologen und Psychologen klinisch geprüft. Die getesteten Personen haben ihr Wahlverhalten beibehalten und nicht gleich am nächsten Tag geändert. Sie können also davon ausgehen, dass der Test im Ergebnis stimmt und müssen sich nicht sehr intensiv mit seiner Theorie befassen. Diese ist sehr tiefgehend und wird bei persönlichem Interesse in weitergehenden Seminaren auch gern vermittelt.  Das HPMCOLOR®-Modell basiert auf Analogien und der Integration von Goethescher Farbenlehre, dem uralten I-Ging (einer chinesischen Weisheitslehre aus der auch die Akupunktur hervorging), und modernsten Erkenntnissen in Biophysik und Naturwissenschaft. Mit Rücksicht auf Ihre Belastung im Arbeitsalltag beschränkt sich die Einführungsschulung auf die Vermittlung direkt für die Praxis relevanter Aspekte des HPM-Systems.

Maler Consult: Welche Vorteile sehen Sie für den Malermeister, der die Farbberatung nach HPM-COLOR in seinem Betrieb kultiviert und offensiv seine Kundenberatung danach ausrichtet?

Susanne Wied: Der große Vorteil – und das ist einzigartig am HPM-COLOR® Test – liegt in seiner Objektivität bei gleichzeitiger Ausrichtung auf die Individualität des Kunden. Sie beraten den Kunden also nicht mit Ihren eigenen Farbvorlieben oder dem, was Sie irgendwann gelernt haben, wie Farben allgemein psychologisch zu wirken hätten, sondern ermitteln objektiv die Farbbedürfnisse des Kunden (auch die unbewussten). Der Vorteil ist, dass Sie Kundenorientiert arbeiten und damit zu dessen Zufriedenheit beitragen. Bessere Werbung als Kunden, die sich gut betreut fühlen, gibt es nicht für ein Unternehmen.

Maler Consult: Es gibt bereits einige Anbieter mit ähnlicher Intention. Wie schätzen Sie andere Farbberatungsansätze ein?

Susanne Wied: Grundsätzlich schätze ich jeden der mir bekannten Farbberatungsansätze positiv ein. Allerdings ist der Zusammenhang zu beachten. Lüscher- und Frielingtest richten sich eigentlich an Psychologen und machen Aussagen zur Persönlichkeit der Testperson, die nicht am Individuum sondern einer angenommenen allgemeingültigen Symbolik orientiert sind. Nehmen Sie z.B.  die Farbe lila: Für die einen Menschen Symbol höchster Spiritualität, die anderen „Frauenbewegung“, „Kirchentag“ und ansonsten der „letzte Versuch“ frustrierter älterer Damen. Was jetzt für diese getestete Person zutrifft, können Sie ohne psychologische Ausbildung nur schwer ermitteln.  HPM-COLOR verzichtet auf diese Einordnung und koppelt wertneutral die Farben individuell an die Person oder Gruppe, egal ob Kirche oder Frauenzentrum... Der Test wurde von Anfang an für den Gestaltungsbereich und! im Zusammenhang mit qualifizierter Lebensberatung entwickelt. Er kann aber einfach in der Praxis abgestuft verwendet werden. Denn der Kunde will von Ihnen zumindest anfänglich keine psychologische Beratung, er möchte eine Farbgestaltungsberatung, die Sie ihm offensiv auch als gesundheitsfördernd offerieren können, ohne selbst Ihre Kompetenz zu überschreiten. Damit bleiben Sie klar und im Rahmen Ihres Auftrages.  Eine weitere Richtung ist das Feng Shui. Hier arbeiten wir eng mit ausgebildeten Beratern zusammen.  Die Raumvorschläge sind sehr beachtenswert, die Farbvorschläge sind aus begründbarem Anlass teilweise anders bei HPM-COLOR. Beachten Sie hier die uneinheitlichen Schulen, die völlig anderen Philosophien und den sehr unterschiedlichen Ausbildungsstand der Anbieter. Feng-Shui ist nicht gleich Feng Shui. Und nur weil etwas asiatisch und exotisch ist, ist es nicht gleich richtiger als unsere gute alte und sehr aktuelle Goethesche Farbenlehre, die als Teilaspekt von modernen Farbkonzepten ihren festen Platz einnimmt.  Zusammenfassend hat also jede Richtung in der Farbberatung ihre Berechtigung im jeweiligen Kontext.


Vielen Dank für das Interview