Roy Sämerow


Roy Sämerow

freier Journalist im DJV, Geschäftsführer der alle freiheit werbeagentur gmbh, Köln
www.allefreiheit.de
Juli 2006: Roy Sämerow

Maler Consult: Herr Sämerow, Sie sind freier Journalist diverser Fachzeitschriften aus dem Maler- und Ausbaugewerk. Weiterhin steht bei Ihnen, dem Inhaber einer Werbeagentur, Marketing ganz hoch im Kurs. In unserer Branche sind verschiedene Entwicklungen und Tendenzen festzustellen. Wellness, Gesundheit, Energieeinsparungen, Öko, Bio sind hier einige Schlagwörter. Welche Möglichkeiten können sich für den Malerbetrieb eröffnen?

Roy Sämerow: Jeder Trend birgt immer ein gewisses Potential. Das weiß vor allem die Herstellerindustrie, die den Markt mit entsprechenden Produkten bedient. Noch nie gab es so viele Wellnessfarben, Beschichtungen gegen Keime, Schadstoffe, Gerüche und Bakterien, Farben für Allergiker und so weiter wie heute. Pfiffige Handwerker schaffen es, auf diesen Trendzug aufzuspringen. Sicher nicht im Kerngeschäft, aber als Lösungsanbieter für spezielle Herausforderungen. Starken Rauchern eine photokatalytische Innenwandfarbe zu offerieren oder einer Familie mit kleinen Kindern Farben anzubieten, die elektromagnetische Strahlungen im Niederfrequenzbereich dämpfen, zeigt, dass man mitdenkt, kompetent ist und auf alle Fragen eine Antwort hat. Gleiches gilt beim Thema Energiepass. Es schadet nicht, immer auf dem neuesten Stand zu sein und die aktuellen politischen Diskussionen zu verfolgen. Und wer es richtig wissen will, lässt sich zum Gebäudeenergieberater im Handwerk weiterbilden. Je eher man einen guten Trend erkennt und ihn bedient, desto eher kann man davon profitieren. Malerbetriebe, die das erkennen, sind ihren Mitbewerbern nicht selten eine Nasenlänge voraus.

Maler Consult: Außerdem ist natürlich nach wie vor das Thema Internet mehr und mehr im Kommen. Welche Möglichkeiten bieten sich speziell dem Malerbetrieb mit dem Internet (Online) bzw. was kann der Betrieb sich zu nutzen machen, wenn er mit diesem Instrument arbeitet?

Roy Sämerow: Ein Dauerbrenner. Bereits vor zehn Jahren habe ich zu diesem Thema Fachaufsätze verfasst. Und doch wundert es mich, dass noch immer nicht jeder Betrieb im Netz vertreten ist. Aus Gesprächen mit Malerbetrieben weiß ich, dass bis zu 25% der monatlichen Anfragen über eine – wohl gemerkt - gut gemachte Homepage kommen können. Es gibt nichts Günstigeres zur Eigenwerbung und -präsentation. Potentielle Kunden können sich über das Leistungsspektrum informieren, einen ersten (wichtigen) Eindruck gewinnen und sehr unkompliziert auch außerhalb der Bürozeiten Kontakt aufnehmen. Und das alles kostet den Unternehmer im besten Fall 2 Euro pro Monat. Dennoch sollte man aufpassen: Die do-it-yourself-gebastelte Homepage mit dem Web-Baukasten des Providers xyz schießt gerne am Ziel vorbei. Wie auch beim eigenen Handwerk gilt: Profiarbeit ist Profiarbeit. Auch wenn man anfangs ein paar Euro mehr für eine professionelle Gestaltung in die Hand nehmen muss, ist das Ergebnis dies doch meistens wert. Neben dem eigentlichen Auftritt ist es aber auch wichtig, das Online-Angebot bekannt zu machen. Daher gehört die URL auf jede Visitenkarte, jeden Briefbogen, jedes Fahrzeug und in jede Anzeige. Kommen Anfragen über das Internet, ist zudem schnelles Handeln gefragt. Binnen 24 Stunden sollte man mit dem Interessenten Kontakt aufnehmen, um nicht zu lange im Anonymen zu bleiben.

Maler Consult: Wenn Sie den Vergleich zwischen Print- und Onlinemedien durchspielen, wie sehen Sie dann die Anteile verteilt und wie bewerten Sie die zukünftige Entwicklung? Worin sehen Sie die Gründe dafür?

Roy Sämerow: Eine schwere Frage. Grundsätzlich gewinnt das Internet als Werbeplattform immer mehr an Bedeutung. Viele große Markenartikler unterhalten eigene Image- und Fun-Portale. Beim traditionellen Handwerksbetrieb ist das etwas anderes. Auch wenn ich es für richtig halte, eine eigene Homepage zu unterhalten, kommt kein Handwerker an klassischen Anzeigen, Flyern oder Direktmailings vorbei. Das liegt zum einen an der sehr breiten Zielgruppe eines Malers und zum anderem an dem Quäntchen Persönlichkeit, das einen Handwerksbetrieb auszeichnet. Vieles wird hier über die Person des Geschäftsinhabers bzw. Geschäftsführers entschieden. Printmedien wirken oft seriöser und -wenn man das so sagen kann - persönlicher als Onlinemedien. 

Maler Consult: 2007 steht erstmalig ein gemeinsamer Messeauftritt von den Malern und Stuckateuren an. Ihre Werbeagentur hat für die „Farbe – Ausbau & Fassade 2007“ ein Kommunikationskonzept erarbeitet. Was erwartet den Fachbesucher im nächsten Jahr alles Neues?

Roy Sämerow: Oh, wenn ich das jetzt schon verrate, bekomme ich Ärger mit dem Projektteam. Nein, im Ernst: Am 1.1.2007 tritt die erste Stufe der decopaint-Richtlinie in Kraft. Allein dieser Fakt verspricht zahlreiche Produktinnovationen – vor allem im Werkzeugbereich -, denn lösemittelreduzierte Farben gibt es bereits viele. Und um zurück auf Ihre erste Frage zu kommen: Das Thema Energiepass brennt, und auch der Wellnesstrend ist noch lange nicht durch. Mit Sicherheit gibt es wieder viel Neues zu entdecken, auch wenn die letzte „Farbe“ dann erst zwei Jahre zurückliegen wird.

Maler Consult: Welche Gründe können Sie dem unentschlossenen potentiellen Aussteller nennen, damit er sich auf jeden Fall noch auf der „Farbe – Ausbau & Fassade 2007“ anmeldet?

Roy Sämerow: Ganz einfach: Es gibt keine zweite gleichwertig hochrangige Präsentationsplattform. Punkt. Außerdem erreicht man ab 2007 gleich zwei wichtige Zielgruppen: Den Maler und den Stuckateur. Die Schnittmenge ist immens. Gerade die Aussteller des Stuckateurgewerbes zeigten sich im letzten Jahr überaus zufrieden. Und 2007 wird alles noch besser: Die Kölnmesse feilt an einem sehr interessanten Rahmenprogramm, zieht wichtige Zielgruppen wie Architekten und die Wohnungswirtschaft nach Köln und bringt die FAF - last but least - in den neuen Nordhallen unter. Mit der Einbindung der Fliesenleger und Raumausstatter erhält die ganze Veranstaltung zudem einen echten Ausbaumessecharakter, der zusätzliche Branchen mobilisiert, die Farbe zu besuchen. Und abgesehen davon ist Köln immer eine Reise wert.


Vielen Dank für das Interview