Konrad Martini


Konrad Martini

Malerlehre 1980 – 1983
Tätigkeit im elterlichen Betrieb
1987-1991 Studium an der Fachhochschule für Druck Studiengang Farbe Chemie
Seit 1991 Lehrtätigkeit an der Schule für Farbe und Gestaltung Stuttgart, Fachschule für Lacktechnik, Fachschule für Gestaltung, einjährige Meisterschule
Seit 1998 Leiter der einjährigen Meisterschule
Als Dozent tätig für verschiedene Verbände.
März 2006: Konrad Martini

Maler Consult: Herr Martini, Sie sind Leiter der Meisterschulen in Stuttgart-Feuerbach. Welche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten haben junge Menschen an Ihrem Institut? Und was sind die besonderen Vorzüge Ihrer Einrichtung?

Konrad Martini: Neben der einjährigen Meisterschule für Maler und Lackierer gibt es 2-jährige Ausbildungsgänge  die neben dem Meisterbrief Zusatzqualifikationen vermitteln.

In der Akademie für Betriebsmanagement werden Schüler fachtechnisch hoch qualifiziert und bekommen gestalterische Kompetenz. Schwerpunkt der Akademie liegt in den Erfolgsbereichen der Handwerksbetriebe, z.B. in der Mitarbeiterführung, im Baustellenmanagement,  in der Kundenbetreuung und ganz besonders im Finanz- und Prozess- Controlling.

In der Fachschule für Gestaltung werden neben technischen auch betriebswirtschaftliche Inhalte geschult. Gestalterische Fragestellungen werden theoretisch diskutiert und in Projekten praxisorientiert bearbeitet.

In der einjährigen Meisterschule haben wir eine Übungsfirma eingerichtet, in der projektbezogen alle betriebliche Abläufe  von den Schülern geübt werden.

Vorzüge unserer Einrichtung sind also die auf die Zukunftspläne der Schüler abgestimmten Ausbildungsgänge. In einem persönlichen Beratungsgespräch ermitteln wir mit den angehenden Fachschülern die ideale Lösung.

Ein weiterer wichtiger Vorteil sind die hervorragenden Dozenten, die über enormes Detailwissen verfügen und dieses Detailwissen in Projekten ganzheitlich umsetzen.

Maler Consult: Welche Möglichkeiten bieten sich nach erfolgreich absolvierter Maßnahme? Lohnt sich der Aufwand und die Zeit der Entbehrung in der heutigen Zeit überhaupt noch?

Konrad Martini: Die Meisterschulen in Stuttgart bilden also bedarfsorientiert aus. Spitzenkräfte des Handwerks werden heute mehr denn je gesucht.

Einige Absolventen gründen neue Betriebe, andere übernehmen elterliche Betriebe als Nachfolger. Viele sind in großen Malerfirmen zu finden und haben dort leitende Funktion.  Industrie und Handel sind als Nachfrager auf dem Arbeitsmarkt an den Schülern sehr interessiert.

Wer unsere Schule erfolgreich abschließt, dem stehen alle Türen für eine große Karriere im Malerhandwerk offen. Insofern ist die Frage nach den Entbehrungen mit der Aussicht auf eine gute Zukunft uneingeschränkt mit „ja“ zu beantworten.

Maler Consult: Wie verhält es sich mit den Kosten? Sind diese von jungen Menschen heut zu Tage überhaupt noch zu stemmen? Und kann der Weiterbildungswillige auf geeignete Förderprogramme bzw. auch staatliche Hilfen oder Unterstützungen zurückgreifen?

Konrad Martini: Es gibt staatliche Förderprogramme, die als „Meister-BaFöG“ bzw. als „Schüler-BaFöG“  bekannt sind.  In diesem Bereich hat die Politik sicherlich Nachholbedarf,  was die Förderung der Schüler betrifft. Seit dem Meister-BaföG hat sich die Situation aber etwas entspannt.

Des Weiteren bieten wir in der einjährigen MS Module an, die es erlauben neben der MS noch zwei bis drei Tage pro Woche zu arbeiten.

Weiterbildung ist heutzutage wichtiger denn je, leider nicht kostenlos, aber Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft im Handwerk.  

Maler Consult: Internetunterstütze Fernstudiengänge sprießen wie Pilze aus dem Boden.   Dem E-Learning wird in Zukunft mehr und mehr an Bedeutung zugesprochen. Wie sehen Sie die Anwendbarkeit im Malerhandwerk bei den Meisterschülern und gibt es bei Ihrem Institut schon Ansätze oder Überlegungen in dieser Richtung?

Konrad Martini: Mehr als dreihundert vernetzte Rechner an unserer Ausbildungsstätte, darunter ca.  80 Schüler-Laptops bieten Möglichkeiten auf technisch höchstem Niveau.

Zentral wichtig sind handlungsorientiertes und praxisnahes Arbeiten an Projekten, in Teams, Rollenspiele mit Mitarbeitern und Kunden, Planspiele. Die Interaktion zwischen Schülern und Dozenten ist ein wichtiger Erfolgsgarant für die Ausbildung und nicht durch Computer zu ersetzen.

Maler Consult: Derzeit wird viel über das deutsche Bildungssystem geredet. Wie sehen Sie die Bildungssysteme oder -strukturen im  Handwerk? Gibt es Ihrer Meinung nach Veränderungs- bzw. Ergänzungsbedarf?

Konrad Martini: Die Qualität der Meisterausbildung in Deutschland ist sehr unterschiedlich.  Wir sind auf die Bedürfnisse des Marktes eingegangen und reagieren auf neue Entwicklungen im Malerhandwerk. Die veränderten  Bedürfnisse des Handwerks werden von uns ermittelt und flexibel in Unterrichtsprojekte integriert.

Die Neuordnung der Meisterprüfung (Teil 1 und 2) ist dabei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Der im Mittelpunkt stehende Kundenauftrag deckt sich mit unserer Philosophie des Handlungs- und Praxisorientierten Unterrichts.

Unbedingt notwendig ist intensive Kommunikation zwischen Meisterprüfungs-Ausschüssen  und  Fortbildungsstätte. Wir arbeiten mit Kammern und Innungen intensiv  und vertrauensvoll zusammen.

Weitere Informationen zu den Weiterbildungsmöglichkeiten an der Schule für Farbe und Gestaltung unter www.farbegestaltung.de.

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Vielen Dank für das Interview!