Birgit Pfleiderer


Birgit Pfleiderer

Geboren 1963 in Stuttgart, ein Sohn: Thomi (11 Jahre), Fachhochschulreife, Ausbildung Bürokaufmann (Württembergische Malereinkaufsgenossenschaft, Ludwigsburg), Ausbildung Maler und Lackierer (Malerbetrieb Pfingsttag, Schönaich), Betriebswirt des Handwerks HKW München.
Nach dem Studiengang zum Betriebswirt arbeitete sie als kaufmännisch / technische Angestellte im Malerbetrieb Pfingsttag in Schönaich. 1993 Übernahme des Malerbetriebes Stähle + Lauxmann, Schönaich, seit Januar 2003 Geschäftsführerin der Akademie des Maler- und Lackiererhandwerks Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen e.V.
März 2004: Birgit Pfleiderer

Maler Consult: Frau Pfleiderer sie sind jetzt seit einem Jahr Leiterin der Akademie des Maler- und Lackiererhandwerks Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen e.V. Wie ist die generelle Nachfrage hinsichtlich Ihres Seminar-Angebotes und gibt es bevorzugte Seminare bzw. Tendenzen?

Birgit Pfleiderer: Die generelle Nachfrage hinsichtlich unseres Seminarangebotes ist gut, jedoch noch nicht zufriedenstellend. Wir nutzen jede Möglichkeit, die Akademie in der Öffentlichkeit vorzustellen, um bei unseren Kunden den Nutzen / Bedarf für Fortbildung in das Bewusstsein zu rufen bzw. zu wecken.

Hervorragend kommen die Seminare/Kurse/Veranstaltungen an, die es bisher in dieser Form nicht gab – wie z.B.

  • Die von uns neu geschaffene "Kommunikationsplattform Wissensforum Malerhandwerk – "Von den Besten profitieren."
  • Was sagt die Rechtssprechung zur neuen VOB
  • Winteraufträge sichern – Gewinnsicherung 2004 im Malerhandwerk
  • Ortstermine – Hier stellen wir Betriebe mit Interessanten Strukturen, neuen, umgesetzten Ideen, die sich in Marktnischen bewegen oder z.B. sonstige Besonderheiten entwickelt und in Ihren Betrieben umgesetzt haben vor.

Überraschenderweise geht der Seminartrend auch zu Samstags- und Abend-Veranstaltungen.

Maler Consult: Gibt es für 2004 ein "Seminar-Highlight", was besonders herauszuheben wäre?

Birgit Pfleiderer: Ein "Highlight" in der Seminarsaison Herbst 2003 bis Frühjahr 2004 waren und sind sicherlich die Wissensforen.
Hier konnten Referenten gewonnen werden, die sicherlich zu den Besten unserer Branche zählen.
In dieser Reihe haben bisher Herr Philip Mecklenburg von der Handwerksgruppe Mecklenburg – über "Professionalität mit Herz und Verstand, eine Geschäftsidee wird 15!", Herr Hans Moosbrugger, Firma Hembus Frankfurt - über Mitarbeiter-Aus- und Weiterbildung im eigenen Betrieb und Herr Dr. Carl-Heiner Schmid, Firma Heinrich Schmidt Malerwerkstätten über das "Management des Wandels" referiert.
Am 07. Mai 2004 referiert in Nürnberg Herr Werner Deck, Opti-Maler-Partner, zu dem Thema "Wer an die Quelle will, muß gegen den Strom schwimmen."

Maler Consult: 2003 gab es im Gesamthandwerk 40.000 Insolvenzen. Nun hat es auch das Internetportal handwerk.de erwischt. Man könnte annehmen, das Handwerk ist noch nicht reif für den Online-Alltag. Bei Ihnen können auch Seminare über das Internet gebucht werden. Welche Erfahrungen haben Sie als Seminaranbieter gemacht und wie ist ihre persönliche generelle Einschätzung hinsichtlich der Onlineaktivitäten im Handwerk, insbesondere im Malerhandwerk?

Birgit Pfleiderer: Nachgeschaut wird sehr viel im Internet. Diverse Unternehmen buchen alle Ihre Seminare online. Viele jedoch holen sich die Informationen von der Internetseite, buchen dann jedoch zeit versetzt per Telefax.
Die Onlineaktivität wird meiner Meinung nach mit dem nächsten Generationswechsel sehr stark zunehmen. Da bei der kommenden Generation keine "Berührungsängste" mehr mit dem Internet bestehen, da diese mit diesem Medium aufgewachsen sind.

Maler Consult: Welchen Stellenwert räumen Sie dem E-Learning im Malerhandwerk ein? Halten Sie es für praktikabel beispielsweise Teile des Meisterkurses online zu vermitteln?

Birgit Pfleiderer: Ich persönlich räume dem E-Learning einen geringen Stellenwert ein. Hier ist es meiner Meinung nach ähnlich wie bei dem "Fernstudium."
Diese Möglichkeit ist schon lange am Markt, nur der Anteil der jeniger, die sich für diese Art von "Lernen" entscheiden ist nicht sehr hoch.
Teile des Meisterkurses online zu vermitteln halte ich für nicht praktikabel, da dieser Kurs als eine Einheit betrachtet werden sollte, wo sich immer ein Praxisbezug ergeben muss.

Maler Consult: Zu Jahresbeginn wird in den meisten Malerbetrieben die Budgetierung vorgenommen. Bei dem einen oder anderen Betrieb werden sicherlich auch dieses Jahr diverse Nutzfahrzeuge auf der Liste stehen. Welche Empfehlungen können sie als erfahrene Nutzfahrzeugtesterin aussprechen und warum?

Birgit Pfleiderer: Man sollte sich bei der Auswahl des richtigen Nutzfahrzeuges für seinen Betrieb wirklich Zeit nehmen. Am besten erstellt man sich an Hand der Kriterien, die man an ein Nutzfahrzeug stellt (z.B. Sicherheitskriterien, Möglichkeiten des Einbaus von Fahrzeugeinrichtungen, Beschriftungsmöglichkeiten etc.) eine entsprechende "Checkliste" und vergleicht die Fahrzeuge der unterschiedlichen Hersteller miteinander. Dies beansprucht zwar im Vorfeld des Kaufes etwas mehr Zeit, dafür erfährt man später, nach dem Kauf keine "bösen Überraschungen."
Ich persönlich habe meine Ergebnisse des Nutzfahrzeugtests immer den Kaufentscheidungen zu Grunde gelegt.
Nicht außer Acht lassen sollte man allerdings den Händlerservice. Denn die Mobilität ist für uns alle sehr wichtig und ist eine Werkstatt z.B. nicht in der Lage auch Kundendienste außerhalb der üblichen Öffnungszeiten vorzunehmen fallen sofort KFZ-Ausfallzeiten an, die den Betrieb teuer zu stehen kommen.


Vielen Dank für das Interview!